Zygmunt Samosiuk                       38. Gdynia film festival 2013

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Ich liebe Kino. Schon als Schüler schaffte ich es oft, einen Kinobesuch zu absolvieren, bevor meine Mutter von der Arbeit nach Hause kam. Das Kinoprogramm wechselte damals nicht oft, also habe ich z.B. "E.T." zwölfmal hintereinander gesehen. Wenn gerade nichts für mein Alter im Kino lief, durchsuchte ich das Fernsehprogramm. Es waren wunderbare Zeiten, wo es im Fernseher ein bis maximal zwei Filme am Tag gab. Die Gefahr des übermäßigen Fernsehkonsums gab es also nicht. Dafür aber reichlich polnische Filmproduktionen.

 

Als mich mein Freund Adam Lewandowski anrief, um zu fragen, ob ich ein Portait im Zuge des 38. Gdynia Film Festiwals stempeln würde, war ich natürlich euphorisch! Adam präsentierte dort seinen Dokumentarfilm über Zygmunt Samosiuk anlässlich dessen dreißigsten Todestages. Samosiuk war ein polnischer Kameramann, der mit seiner außergewöhnlichen Kameraarbeit das polnische Kino, und somit auch meine Jugend, dauerhaft geprägt hat. Um dem gerecht zu werden, stellte ich ihn mit Abbildungen seiner wichtigsten Werkzeuge wie der Arriflex Kamera und des Sekonic Lichtmessgerätes dar. Auch einige Titel seiner Filme finden sich in dem Portrait wieder. Ich arbeitete im Foyer eines der Festivalkinos und traf dabei einige Helden meiner Jugend. Schauspieler und Regisseure, die ich jahrelang bewunderte und die mir immer unerreichbar vorkamen, standen plötzlich da, sprachen mit mir über meine Arbeit und stempelten mit. Ein großartiges Erlebnis!